Bohrmotoren und Bürstmotoren mit Bohrfutter von Mannesmann Demag online bestellen
Bohrmotoren und Bürstmotoren mit Bohrfutter von Mannesmann Demag — Auswahl, Technik und Anwendung
Bohrmotoren und Bürstmotoren mit Bohrfutter von Mannesmann Demag bieten eine kompakte, robuste Lösung für industrielle Bohranwendungen, bei denen Präzision, Wiederholgenauigkeit und standfeste Konstruktion gefragt sind. Diese Antriebseinheiten kombinieren langlebige Bürstenmotoren mit standardisierten Bohrfuttern in unterschiedlichen Spannweiten, sodass sie ohne zusätzliche Adapter direkt mit schlichten Spiralbohrern, Stufenbohrern oder Spezialwerkzeugen eingesetzt werden können. Für Einkäufer und Anwender in der Fertigungstechnik sind die relevanten Auswahlkriterien Materialverträglichkeit, Aufnahmeschaft, Drehmomentkennlinie, Kühllösung und Einbaumaße.
Technische Merkmale und Bauformen
Mannesmann Demag bietet Bohrmotoren in unterschiedlichen Bauformen: zylindrische Motorgehäuse mit frontaler Welle, kurze Flanschvarianten für beengte Einbausituationen und längere Ausführungen mit integriertem Lüfter für dauerhaft hohe Lasten. Die Bohrfutter sind üblicherweise mit einem Kegeltrieb oder einem Zahnkranz ausgestattet, der mit der Motorwelle verbunden wird. Gängige Spannbereiche liegen zwischen 0,5 und 13 mm, je nach Baugröße, wobei präzise, konische Aufnahme- oder Backenbohrfutter verfügbar sind. Materialien der Gehäuse variieren von eloxierten Aluminiumlegierungen bis zu lackiertem Stahlblech für erhöhte mechanische Beanspruchung.
Drehmoment und Drehzahl sind entscheidend: Bürstmotoren liefern ein hohes Anlaufdrehmoment bei verhältnismäßig niedrigen Drehzahlen, was sie ideal macht für Bohrnisse in Hartmetall, Stahl und Gusseisen sowie für Schraub- und Pressanwendungen. Typische Leerlaufdrehzahlen reichen von 1.500 bis 6.000 U/min, während das nutzbare Drehmoment bei Last signifikant ansteigt. Auswahl erfolgt anhand der Werkzeuggröße, Materialhärte und geplanten Schnittgeschwindigkeit.
Die elektrische Anschlussart ist standardisiert: einphasige 230 V-Versionen für mobile oder punktuelle Arbeiten und 400 V dreiphasige Varianten für stationäre Anlagen mit Frequenzumrichteroption. Motoranschlüsse sind oft als Kabel mit M12-Steckern, offenen Litzen oder Kabeleinführungen erhältlich; für Integrationen in Maschinensteuerungen sind Varianten mit integrierter Thermosicherung (Klixon) und Tachogenerator für Drehzahlregelung verfügbar.
Materialverträglichkeit und Schnittdaten
Beim Bohren von Baustahl empfiehlt sich eine Kombination aus niedrigeren Drehzahlen und höherem Vorschub, um Werkzeugversprödung zu vermeiden. Bei Aluminium sind höhere Drehzahlen mit geringem Vorschub effizient; hier reduziert sich der Kühlbedarf, da Aluminium gut wärmeleitend ist. Bei Gusseisen sorgen die schabenden Eigenschaften des Materials dafür, dass moderate Drehzahlen und schärfere Werkzeuge bessere Oberflächen liefern. Für Edelstahl sind reduzierte Schnittgeschwindigkeiten und konstantes Kühlschmiermittel Pflicht, um Werkstoffverfestigung und Wärmeeintrag zu minimieren.
Kühlung und Schmierung beeinflussen Standzeit und Maßhaltigkeit. Für Dauerbetrieb empfiehlt sich eine externe Kühlschmierstoffzufuhr mit konzentrierter Emulsion oder pastösem Schneidöl. Bei mobilen Einsätzen ohne Kühlschmierstoff setzt Mannesmann Demag auf thermisch robuste Läufe und Hitzeableitung durch das Gehäuse, wobei Abstände zwischen Betriebszyklen einzuhalten sind.
Mechanische Schnittstellen und Dichtungen
Die mechanische Verbindung zwischen Motor und Bohrfutter erfolgt über Presspassungen, Keilwellen oder Schraubverbindungen. Präzise Toleranzen an Wellen und Bohrfutteraufnahme sind entscheidend, um Laufgenauigkeit und geringe Vibration zu sichern. Bei Einbindung in staub- oder spänereiche Umgebungen sind Motoren mit Labyrinthdichtungen oder zusätzlichen Wellendichtungen zu bevorzugen. Kapselungen nach IP54 bis IP65 stehen für unterschiedliche Schutzanforderungen zur Verfügung; für Nassbereiche empfiehlt sich mindestens IP65 mit zusätzlichem Korrosionsschutz der Gehäuseoberfläche.
Praxisbeispiele — strukturierte Anwendungsszenarien
Beispiel 1: In einer Fertigungslinie für Metallmöbel ist ein Mannesmann Demag Bürstmotor mit 13 mm Bohrfutter zentral in einen pneumatisch geführten Bohrständer integriert. Der Motor läuft bei 2.800 U/min, ein HSS-Spiralbohrer bohrt durch 2 mm Stahlblech mit einem fest eingestellten Vorschub pro Hub. Durch die hohe Anlaufkraft des Bürstenmotors und die mechanisch präzise Wellenaufnahme werden Wiederholgenauigkeiten von ±0,1 mm erreicht. Die Spannmitteltechnologie des Bohrfutters ermöglicht schnellen Werkzeugwechsel ohne Zusatzwerkzeuge.
Beispiel 2: Bei der Instandhaltung eines Maschinenparks werden kompakte 230 V Bohrmotoren mit geringer Baulänge verwendet, um Reparaturbohrungen in schwer zugänglichen Bereichen auszuführen. Aufgrund der integrierten Thermosicherung erfolgt Schutz gegen Überhitzung bei intermittierendem Einsatz. Für tiefere Bohrungen wird das Bohrfutter mit einer Zentrierhülse kombiniert, um Axialspiel zu minimieren.
Beispiel 3: In einer Leichtmetallfertigung wird ein Motor mit integriertem Lüfter und extern geregeltem Frequenzumrichter für Bohrbearbeitungen an Aluminiumprofilen eingesetzt. Durch die Drehzahlregelung wird die Schnittgeschwindigkeit exakt an den Profilquerschnitt angepasst. Die Folge sind saubere Bohrkanten ohne Gratbildung und längere Standzeiten der HSS- und Hartmetallwerkzeuge.
Integration in Maschinen und Steuerung
Für die Einbindung in automatische Bearbeitungszentren sind Varianten mit integrierter Drehzahlmessung (Tacho) sowie mit Steuersignalen (Analog 0–10 V oder PWM) sinnvoll. Steuerbare Drehzahl ermöglicht konstante Schnittgeschwindigkeiten bei wechselnden Werkzeugdurchmessern. Montage über Flansch oder zylindrische Auflageflächen ermöglicht exakte Positionierung. Bei automatischem Werkzeugwechsel sind Schnellspannfutter mit definiertem Verriegelungsmechanismus sicherheitsrelevant; hier empfiehlt sich die Abfrage von Verriegelungszuständen über binäre Signale zur SPS.
Wartung, Austausch und Lebensdauer
Bürstemotoren erfordern planmäßige Wartung: Austausch der Kohlebürsten nach Laufstundenangaben, Kontrolle der Kommutatorfläche und Reinigung der Lüftungsöffnungen. Bohrfutter sind wartungsarm, benötigen aber gelegentliche Reinigung und Schmierung des Kegeltriebs; bei Hartmetallanwendungen ist erhöhte Aufmerksamkeit auf Späneablagerungen zu legen. Typische Austauschintervalle richten sich nach Einsatzprofil; in Dauerschichtbetrieben sind kürzere Intervalle einzuplanen. Ersatzteile wie Bürstensätze, Wellendichtungen und Konusbuchsen sollten als Lagerbestand vorgehalten werden.
Auswahlempfehlung und Beschaffung
Wählen Sie das Motor-/Bohrfutter-Paar anhand der maximal benötigten Bohrdurchmesser, des erwarteten Drehmoments bei Betriebslasten und des Einbauraums. Für mobile Arbeitsplätze empfehlen sich leichtgewichtige Aluminiumgehäuse und 230 V-Anschlüsse, für stationäre, hochbelastete Anwendungen Flanschvarianten mit 400 V-Anschluss und IP65-Schutz. Prüfen Sie zusätzlich die Verfügbarkeit von Ersatzbürsten und Dichtungen, um Stillstandszeiten zu minimieren. Detaillierte technische Datenblätter und Montagehinweise finden Sie in unserem technischen Bereich unter https://maku-industrie.de/technik und konkrete Einsatzberichte unter https://maku-industrie.de/anwendungsbeispiele.
Kompatibilität von Werkzeugen und Zubehör
Bohrfutter von Mannesmann Demag sind kompatibel mit Standard-Schaftsystemen (zylindrisch, Kegel oder Weldon) und gängigen Spannweiten. Für präzise Bohrbilder empfehlen sich Adapter mit Passfederverbindung oder Spannhülsen zur Verringerung von Rundlauffehlern. Bei höheren Drehzahlen prüfen Sie Unwuchtwerte der eingespannten Werkzeuge; ausgewuchtete Bohrer reduzieren Vibration und erhöhen die Lebensdauer der Lager.
Ein Liste kritischer Auswahlkriterien
- Bohrdurchmesser
- Drehmoment
- Drehzahlbereich
- Schutzart
- Anschlussart
- Kühlmöglichkei
- Dichtungsgrad
- Baulänge
- Austauschbarkeit von Verschleißteilen