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Bohrmotoren und Bürstmotoren mit Bohrfutter von Mannesmann Demag online bestellen
Bohrmotoren und Bürstmotoren mit Bohrfutter von Mannesmann Demag: technische Auswahl und praktische Anwendung
Bohrmotoren und Bürstmotoren mit Bohrfutter von Mannesmann Demag sind für industrielle Fertigungsumgebungen konzipiert, in denen Zuverlässigkeit, Austauschbarkeit und präzise Leistungsdaten entscheidend sind. Diese Geräte unterscheiden sich von Hobby- oder Handwerksgeräten durch robustere Lagerungen, hitzebeständigere Wicklungen, genau definierte Nenndrehzahlen und standardisierte Bohrfutteranschlüsse. Für eine technisch korrekte Auswahl sind Kenngrößen wie Drehmoment, Leerlaufdrehzahl, Bauform (Zylindermotor, Flanschmotor, luftgekühlt), Kühlkonzept, Schutzart (IP-Klassen), Isolationsklasse und die mechanische Schnittstelle entscheidend.
Materialien und Bauformen
Gehäuse werden bei Mannesmann Demag typischerweise aus druckgegossenem Aluminium oder gehärtetem Stahl gefertigt. Aluminiumgehäuse reduzieren Gewicht und leiten Wärme effizienter ab; Stahlgehäuse bieten höhere Schlagfestigkeit und bessere EMI-Abschirmung. Innenkomponenten wie Rotor- und Statorbleche bestehen aus korrosionsarmen, feinkörnigen Elektroblechen zur Minimierung von Wirbelstromverlusten. Lager sind je nach Modell hochpräzise Kugel- oder Rollenlager mit Schmierfett für hohe Dauerdrehzahlen; Flansch- oder Fußbefestigungen folgen ISO- oder kundenspezifischen Maßen. Bohrfutter sind wahlweise als konische Anschlüsse (z. B. Morsekonus) oder mit gängigen Spannweiten und Aufnahmen (SDS, 3-Backen-Zahnkranz, Schnellspannbohrfutter) lieferbar. Dichtungen an Wellenabdichtungen bestehen aus NBR, FKM oder PTFE, je nach Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit.
Anschlüsse, elektrische Eigenschaften und Steuerung
Elektrisch sind Bürstmotoren mit definierten Anschlussklemmen ausgeführt: L1, L2, L3 bei Drehstromprodukten, bei Gleichstrommodellen Plus/Minus bzw. Klemme für bürstenkommutierte Wicklungen. Typische Nennspannungen liegen im Bereich 12–400 V, Nennströme und Leistungsaufnahme sind nach IEC/EN genormt. Bürstmotoren zeigen ein charakteristisches Drehmomentverhalten: hohes Anlaufmoment, Drehzahlabfall unter Last. Zur Drehzahlregelung empfehlen sich geregelte Gleichrichter oder Motorcontroller mit ausreichender Belastungsreserve; für präzise Drehzahl- und Drehmomentregelung sind externe Frequenzumrichter bzw. bürstenlose Alternativen zu prüfen. Schutzarten bis IP65 sind möglich; für Nassbereiche sind spezielle Dichtungskonzepte und korrosionsbeständige Legierungen notwendig.
Bohrfutter: Typen, Aufnahme und Austauschbarkeit
Das Bohrfutter ist die kritische Schnittstelle zwischen Motor und Werkzeug. Mannesmann Demag bietet sowohl mechanische Schnellspannbohrfutter als auch konventionelle Zahnkranzbohrfutter. Schnellspannbohrfutter verringern Rüstzeiten und sind für häufigen Werkzeugwechsel sinnvoll, Zahnkranzfutter bieten höhere Rundlaufgenauigkeit und sind bei schwereren Bohrern stabiler. Keyed- und keyless-Varianten unterscheiden sich in Spannkraft, Wartungsaufwand und Reparaturbarkeit: Keyed-Futter erlauben höhere Vorspannkräfte bei dicken Bohrern, während keyless-Futter schneller und werkzeuglos bedient werden. Die Aufnahme kann als zylindrisch, konisch oder Nut-/Passfeder ausgeführt sein; bei Austausch ist auf Passmaß und Wellenprofil zu achten, um Unwucht und vorzeitigen Lagerverschleiß zu vermeiden.
Wartung, Lebensdauer und Ersatzteile
Regelmäßige Wartung verlängert die Betriebszeit: Bürsten prüfen und ersetzen, Lager auf Freilauf prüfen, Bohrfutter auf Rundlauf kontrollieren und Schmierstellen nach Herstellervorgaben nachfetten. Schmierintervalle, Lagerarten und Bürstenleben sind in technischen Datenblättern spezifiziert. Ersatzteile wie Kommutatorenbürsten, Kohlen, Lager und Bohrfuttereinsätze sind standardisiert lieferbar. Bei industriellen Dauereinsätzen sind präventive Austauschintervalle und Condition-Monitoring empfehlenswert, da ein Lagerschaden sekundäre Schäden an Rotor, Wicklung und Gehäuse verursachen kann.
Anwendungsspezifische Hinweise und Auswahlkriterien
Die Wahl des optimalen Modells hängt von Bearbeitungsmaterial, Bohrdurchmesser, Einspanntiefe, Taktzeit und Einbausituation ab. Für hartes Material wie Werkzeugstahl sind hohe Drehmomente und verstärkte Lager erforderlich; bei Aluminium und Kunststoffen ist auf hohe Leerlaufdrehzahlen und gute Kühlung zu achten, um Schmauchstellen und Materialanhaftung zu vermeiden. Maschinenintegration erfordert abstrahierte Parameter: Größe der Flanschbefestigung, Wellenmaß, Gewicht, Schwingungsverhalten und thermische Belastbarkeit. Für handgeführte Applikationen sind Gewichtsverteilung, Gehäuseergonomie und Isolationskonzept relevant. Für automatisierte Fertigungslinien zählen standardisierte Schnittstellen und einfache Austauschbarkeit für kurze Taktzeiten.
Praxisbeispiele: strukturierte Anwendungsszenarien
Beispiel 1 – Montagebohrung in Stahlblech: Auswahl eines Bürstmotors mit hohem Anlaufmoment und Zahnkranzbohrfutter, Drehzahl von 900–1200 U/min, Bohrfutter 3–13 mm, Einsatz eines Kühlschmierstoffs zur Spanabfuhr, Maschinenflansch nach ISO zur direkten Montage am Positioniertisch. Vorgehen: Werkstück positionieren, Bohrstelle anreißen, Drehzahl einstellen, Bohrstopp programmieren, nach jedem 50. Bohrvorgang Futter und Lager visuell prüfen.
Beispiel 2 – Präzisionsbohren in Aluminiumprofilen: Einsatz eines leichten Aluminiumgehäuse-Motors mit hoher Leerlaufdrehzahl (3000–5000 U/min), keyless Schnellspannfutter für schnellen Werkzeugwechsel, Temperaturüberwachung an der Wicklung empfohlen. Vorgehen: Entgraten vor dem Bohren, Bohrzerspaner mit positivem Spanwinkel verwenden, Kühlluftzufuhr zur Spanabfuhr, Futter nach 1000 Betriebsstunden nachziehen und Schleifbild des Bohrers kontrollieren.
Beispiel 3 – Integrationsfall: Automatisierte Montagestation: Bohrmotor mit genormtem Flansch und Wellenprofil für Roboteraufnahme, Drehzahlüberwachung per Sensor, redundante Dichtung bei Ölumgebung, schnelles Spannfutter zur Minimierung der Taktzeit. Vorgehen: Motor mit Roboteraufnahme verschrauben, elektrische Schnittstelle über Stecker nach IEC-Norm, Programm für torque-limits setzen, Intervallwartung über MES planen. Weitere Anwendungsbeispiele und technische Informationen finden Sie unter Anwendungsbeispiele und allgemeine Technikseiten unter Technik.
Wirtschaftlichkeit und Lebenszyklus
Die Gesamtkosten eines Bohrmotors umfassen Anschaffung, Montage, Wartung, Ausfallzeiten und Ersatzteilkosten. Höhere Anfangsinvestitionen in robustere Motormodelle reduzieren Ausfallrisiken und Instandhaltungskosten in Serienfertigung. Für Planung von Ersatzteilbevorratung sind mittlere Ausfallzeiten von Lagern und Bürsten zu berücksichtigen; Lager- und Bürstenvorrat richtet sich nach den Betriebsstunden pro Schicht und der kritischen Ersatzteildauer. Lebensdauerangaben in Datenblättern erfolgen als mittlere Betriebsstunden bis zur ersten Reparatur (MTBF/MTTR-Werte) und sind bei Auswahl mit den Anwendungsparametern abzugleichen.
Sicherheits- und Einbauhinweise
Bei Einbau und Betrieb sind Schutzmaßnahmen gegen Überlast, Thermoschutz für Wicklungen, sowie geeignete Ableit- und Erdungskonzepte einzuhalten. Bohrfutter müssen spielfrei auf der Welle sitzen; Unwucht führt zu erhöhten Lagerbelastungen und Genauigkeitsverlust. Schutzhauben an rotierenden Teilen, definierte Spannbereiche und sicherheitsgerichtete Überwachung (Sicherheitsrelais, Not-Halt) sind in automatisierten Anlagen zwingend. EMV-gerechte Ausführung und Schirmung sind bei sensibler Mess- oder Steuerungstechnik zu planen.
Auswahl-Checkliste
- Material, Bohrdurchmesser
- Drehmomentbedarf
- Leerlaufdrehzahl
- Bohrfuttertyp
- Befestigungsmaß
- Schutzart
- Wartungsintervalle