Parker Legris Stützhülsen aus Messing oder Edelstahl
Garantiert eine gute Halterung des Schlauches bei hohen Temperaturen und Drücken. Kompatibel mit Legris Klemmringverschraubungen und Thermoplastik-Rohren.
0127 - Stützhülsen aus Messing für Polymer-Schläuche
1827 - Stützhülsen aus Edelstahl für Fluorpolymer-Schläuche
Parker Legris Stützhülsen aus Messing oder Edelstahl
Stützhülsen von Parker Legris sichern Schlauchanschlüsse unter erhöhten Temperatur- und Druckbedingungen. Die Hülsen verhindern Einschnürungen, gewährleisten formstabile Übergänge bei Klemmringverschraubungen und verbessern die Dichtwirkung bei Thermoplastik-Rohren. Verfügbar in Messing für korrosionsbeständige Allgemeinanwendungen und in Edelstahl für aggressive Medien, hohe Temperaturen und hygienische Anforderungen.
Materialeigenschaften und Einsatzgrenzen
Messing-Stützhülsen sind korrosionsbeständig gegenüber Wasser, Druckluft und nicht-aggressiven Hydraulikflüssigkeiten; typische Betriebstemperaturen reichen von -40 °C bis +120 °C. Für höhere Temperaturen, abrasive Medien oder korrosive Umgebungen sind Edelstahl-Stützhülsen (AISI 304/316) geeignet, die Dauereinsatz bis +300 °C und Kurzzeitspitzen darüber hinaus erlauben. Mechanisch bieten Edelstahlhülsen höhere Biegewechselfestigkeit und geringere plastische Verformung unter Druck, Messing hingegen bessere Formbarkeit und geringere Herstellkosten.
Geometrie, Toleranzen und Schnittstellen
Parker Legris Stützhülsen sind so dimensioniert, dass sie mit Legris Klemmringverschraubungen und Thermoplastik-Rohren (z. B. PA, PU, PE, PTFE-beschichtete Schläuche) kompatibel sind. Wesentliche Maße sind Außendurchmesser, Innendurchmesser, Einstecktiefe und Fasenwinkel. Die Innendurchmesser sind auf Nenndurchmesser von 4 mm bis 25 mm abgestimmt, wobei die Einstecktiefe typischerweise 1–1,5× Rohrø beträgt, um die Klemmringlage vollständig zu stützen. Toleranzen liegen in der Regel bei ±0,05 mm für enge Passungen, wodurch Leckage- und Rillengefahr minimiert werden.
Anschlüsse, Dichtungen und Klemmringkompatibilität
Stützhülsen arbeiten mit Klemmringen und Konusverschraubungen: die Hülse verteilt die Klemmkräfte gleichmäßig und verhindert, dass der Klemmring in thermoplastische Wandungen eindringt. In Systemen mit O‑Ring- oder Dichtringanschlüssen sorgt die Hülse für konstanten Querschnitt und verhindert Kanalbildung, die zu Vermischung oder Leckage führen kann. Bei metallischen Schläuchen oder verstärkten PTFE‑Leitungen übernehmen Stützhülsen zusätzlich die Krafteinleitung in die Anschlussmutter. Wichtig für die Dichtwirkung ist die korrekte Kombination von Hülse, Klemmring und Dichtungsmaterial (NBR, FKM, EPDM) entsprechend Medium und Temperatur.
Ausführungen, Oberflächen und spezielle Bearbeitungen
Stützhülsen sind lieferbar blank, vernickelt oder passiviert. Eine vernickelte Messinghülse erhöht Verschleißfestigkeit und Korrosionsschutz in feuchten Umgebungen, während passivierter Edelstahl die Oberfläche gegen Organikablagerungen und Lochkorrosion stabilisiert. Sonderausführungen mit gezielten Längsriefen verbessern das Eindringen in weiche Schläuche und erhöhen die Klemmkraftverteilung. Innenfasen sind standardmäßig 15°–30° angeschrägt, um Beschädigungen der Schlauchwand beim Einstecken zu vermeiden. Bei hochpräzisen Anwendungen werden Enden entgratet und auf Rauheit Ra ≤ 0,8 µm geschliffen.
Praxisbeispiele: Anwendungsszenarien
1) Kühlkreislauf einer Produktionsanlage (Thermoplastische Schläuche, 10 bar, 90 °C)
Ein automatisiertes Schweißsystem verwendet Thermoplastik-Schläuche (PA) für die Wasserzufuhr. Ohne Stützhülse wölben sich die Schläuche unter Druck an der Verschraubung, der Klemmring schneidet ein. Durch Einsetzen einer Messing-Stützhülse mit passender Einstecktiefe wird der Klemmring auf der Hülse geführt, die Schlauchwand stabilisiert und die Verbindung bleibt auch bei 8–10 bar und 90 °C dicht. Montagetipp: Schlauchende entgraten, Hülse einschieben bis Anschlag, Klemmring aufsetzen und Verschraubung mit spezifiziertem Drehmoment anziehen.
2) Pneumatik im Schichtbetrieb (PU-Schlauch, 16 bar, -30 °C bis +60 °C)
In Förderanlagen führen häufig bewegte Pneumatikkreisläufe zu Rohrverformungen an Anschlussstellen. Edelstahl-Stützhülsen verhindern das Einfallen des Schlauchs bei Vakuum und steigern die Lebensdauer der Klemmringverschraubung. Die glatte Außenfläche reduziert Reibung an Führungsrohren. Installationsroutine: passend dimensionierte Hülse, leichte Vorspannung beim Einführen des Schlauchs, Überprüfung des Schlauchauszugs unter Last.
3) Chemikalienzufuhr in Lackierkabinen (PTFE‑Schlauch, aggressives Medium, 6 bar, +120 °C)
PTFE-Schläuche benötigen druckverteilende Stützhülsen, damit Dichtungen nicht punktuell beansprucht werden. Edelstahl 316 bietet Beständigkeit gegen Lösungsmittel und schwache Säuren. Spezifikation: Hülse mit polierter Innenfläche zur Vermeidung von Materialablagerungen und chemisch beständiger FKM-Dichtung in der Verschraubung.
Auswahlkriterien und Dimensionierung
Bei der Auswahl einer Stützhülse sind folgende Punkte entscheidend:
- Medium, Temperaturbereich und Druck; Werkstoffwahl (Messing vs. Edelstahl) nach Korrosions- und Temperaturanforderungen
- Schlauchmaterial und Wandstärke; Innendurchmesser der Hülse muss engen Kontakt gewährleisten ohne Aufweitung
- Kompatibilität zur Klemmringverschraubung (Marken- und Normabgleich) und erforderliche Einstecktiefe
- Oberflächenbehandlung und ggf. geometrische Optimierung (Riefen, Fase, Entgratung)
- Montagezugang und Möglichkeit zur zerstörungsfreien Inspektion bzw. Austauschbarkeit
Montagehinweise und Qualitätssicherung
Vor der Montage ist das Schlauchende zu säubern und auf Beschädigungen zu prüfen. Die Hülse muss bündig und ohne Verdrehung bis zum Anschlag eingeschoben werden. Bei thermoplastischen Schläuchen ist eine leichte Erwärmung (max. +40 °C) zulässig, um das Einschieben zu erleichtern, nicht jedoch über die Werkstoffgrenze hinaus. Bei der Verschraubung sind die empfohlenen Anzugsmomente des Herstellers zu beachten, um Überpressen und Materialschädigung zu vermeiden. Nach Montage sind Dichtigkeitstest und Zugtests (Auszugskraft) durchzuführen. Serienfertigungen profitieren von Stichprobenprüfungen der Einstecktiefe, Oberflächenrauheit und Materialanalysen (Spektralanalyse bei Edelstahl).
Wirtschaftlichkeit und Lagerhaltung
Messinghülsen sind kosteneffizient für Standardanwendungen; Edelstahlvarianten rechtfertigen ihren Preis bei erhöhten Anforderungen an Beständigkeit und Lebensdauer. Um Standzeiten zu erhöhen und Stillstandkosten zu senken, empfiehlt sich ein rationalisiertes Lagerspektrum basierend auf häufigen Nenngrößen. Für schnelle Wartung können vorkonfektionierte Montagekits mit passenden Klemmringen und Dichtungen bevorratet werden.
Weiterführende technische Daten und konkrete Anwendungsbeispiele finden Sie auf unserer Technikseite: maku-industrie.de/technik und in unseren dokumentierten Fallstudien: maku-industrie.de/anwendungsbeispiele.
Konformität, Normen und Rückverfolgbarkeit
Parker Legris Stützhülsen orientieren sich an Industrienormen für Verbindungstechnik. Materialzertifikate (EN‑, ISO‑Konformitäten) sind für Edelstahllieferungen verfügbar. Bei lebensmittel- oder pharmatauglichen Anwendungen sind Werkstoffe und Oberflächenbehandlung entsprechend zu spezifizieren. Für kritische Anwendungen empfiehlt sich Chargenkennzeichnung und Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe.
Wartung, Austauschzyklen und Abfallmanagement
Regelmäßige Sichtprüfung auf Riefen, Korrosion oder Deformation ist Pflicht. Austauschintervall richtet sich nach Betriebsbedingungen: bei Normalbetrieb nach 2–5 Jahren, bei aggressiven Medien oder hoher thermischer Belastung deutlich früher. Materialreste und ausgetauschte Hülsen sind nach lokalen Entsorgungsvorschriften zu recyceln; Messing und Edelstahl sind vollständig recycelbar und wirtschaftlich verwertbar.