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Druckluftmotoren bis 4,4 kW ohne Haltebremse von Mannesmann Demag
Bei den Druckluftmotoren von 2,2 bis 4,4 kW sorgen robuste Zahnradgetriebe für die Untersetzung auf die gewünschte Lastdrehzahl.
MU 300-500 KRL Druckluftmotor
Preis auf Anfrage
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Druckluftmotoren bis 4,4 kW ohne Haltebremse von Mannesmann Demag
Druckluftmotoren bis 4,4 kW ohne Haltebremse von Mannesmann Demag sind robuste Antriebslösungen für industrielle Anwendungen, die hohe Drehmomente bei variabler Drehzahl benötigen. Diese Motoren werden in Stahlgehäusen ausgeführt und decken Leistungsklassen von 2,2 kW bis 4,4 kW ab. Sie bieten unterschiedliche Leerlaufdrehzahlen und Nennmomente, sind für raue Umgebungen ausgelegt und benötigen keine elektrische Versorgung, was sie besonders geeignet macht für Anwendungen mit Explosionsrisiko oder dort, wo einfache, wartungsarme Antriebe gefragt sind.
Konstruktion, Materialien und Dichtsysteme
Die Gehäuse bestehen aus beschichtetem oder brüniertem Stahl, was die mechanische Festigkeit und die Beständigkeit gegen Stöße und Vibrationen erhöht. Wellen und Lagerträger sind aus gehärtetem Stahl gefertigt, häufig mit Präzisionsbearbeitung zur Gewährleistung konstanter Rundlaufgenauigkeit. Kolben-, Schieber- oder Rotorkonstruktionen (je nach Bauart) nutzen verschleißfeste Werkstoffe und Oberflächenbeschichtungen; typische Dichtungen sind NBR, FKM oder PTFE-belegte Werkstoffe, abhängig von Temperatur- und Medienanforderungen. Dichtungsausführungen sind so dimensioniert, dass sie geringe Leckagen und lange Standzeiten erlauben, selbst bei intermittierender Last und variablen Drehzahlen.
Anschlüsse, Luftaufbereitung und Zubehör
Die Motoren sind mit standardisierten Druckluftanschlüssen lieferbar, typischerweise G- oder NPT-Gewinde, teils mit Schnellanschlussoptionen. Für zuverlässigen Betrieb ist eine Luftaufbereitung (Filter, Druckregler, Ölnebler) erforderlich: Saubere, gefilterte und kondensatfreie Druckluft verlängert Dichtungs- und Lagerlebensdauer signifikant und reduziert Leistungsverluste. Schalldämpfer an den Auslässen minimieren Abgasgeräusch; optionale Rückschlagventile und Entlüftungsleitungen ermöglichen sichere Stillstandspositionen trotz fehlender Haltebremse. Für rotative Weiterverwendung stehen standardisierte Wellenenden (Zylindrisch, Keilnut, Passfeder) zur Verfügung; kundenspezifische Flansche oder Zwischengetriebe werden zur Anpassung an bestehende Maschinenlayouts angeboten.
Bauformen, Leistungsdaten und Kennfelder
Druckluftmotoren bis 4,4 kW sind in mehreren Bauformen erhältlich, die sich in Gehäuselänge, Wellendimension und Drehzahlbereich unterscheiden. Typische Leerlaufdrehzahlen liegen zwischen 1.500 bis 6.000 min‑1, das Nennmoment verteilt sich je nach Übersetzung und Betriebsdruck. Kennfelder der Hersteller geben wirkliche Leistung in Abhängigkeit vom Betriebsdruck (z. B. 4, 6, 8 bar) und Volumenstrom an; zur Auslegung sind Angaben zu maximalem Drehmoment, zulässigem Dauerdrehmoment und thermischer Belastbarkeit wichtig. Bei der Auswahl ist die Übereinstimmung von erforderlichem Anlaufmoment, Dauerlast und thermischer Leistungsfähigkeit entscheidend, da Luftmotoren im Dauerbetrieb überhitzen können, wenn das Abgas nicht ausreichend gekühlt oder das Motorgehäuse nicht genügend durchströmte Luft hat.
Betriebsanforderungen, Regelung und Lebensdauer
Optimale Leistungsentfaltung erfordert eine geregelte Druckluftversorgung mit konstanter Druckhaltung und geringem Druckabfall zwischen Regler und Motor. Zur Drehzahlregelung werden häufig Druckregler in Kombination mit Drosselventilen eingesetzt; bei Bedarf bieten Proportionalventile feinere Regelbarkeit. Für die Schmierung empfehlen Hersteller meist eine gezielte Nebelschmierung mit spezifizierten Ölen, alternativ sind motorseitige Schmierstellen vorhanden. Regelmäßige Inspektionen umfassen Dichtungsprüfung, Lagervorspannung, Drossel- und Regelventile sowie Reinigung von Schalldämpfern und Filtern. Bei sachgemäßer Wartung erreichen diese Motoren hohe Einsatzzeiten; typische Verschleißteile sind Dichtungen und Schalldämpfer, die planmäßig tauscht werden sollten.
Anschluss an Antriebsstränge und Übersetzungen
Druckluftmotoren sind für direkte Kupplung an Pumpen, Riemen- oder Zahnriemengetriebe sowie Planeten- oder Stirnradgetriebe vorgesehen. Die Auslegung der Kupplung sollte Axial- und Radialtoleranzen aufnehmen, da Luftmotoren bei Lastwechseln leichte Wellenauslenkungen zeigen können. Bei hoher Leistungsanforderung empfiehlt sich eine Untersetzung mittels Getriebe, um das Ausgangsdrehmoment zu erhöhen und die Motordrehzahl in einen wirtschaftlichen Bereich zu bringen. Ideal sind flexible Kupplungen mit Ausgleichselementen und passende Wellenabdichtungen am Getriebeeingang, um Schmierstoffmigration in den Luftmotorbereich zu vermeiden.
Anwendungen und Branchen
Druckluftmotoren dieser Leistungsklasse werden in Montage-/Fördertechnik, in Ex-Bereichen, in der Lebensmittel- und Chemieproduktion sowie in der mobilen und stationären Maschinenantriebstechnik eingesetzt. Ihre Vorteile liegen in einfacher Integration, hoher Anlaufdrehmomentfähigkeit bei Niederdruck und Betriebssicherheit in staub- oder feuchtebelasteten Umgebungen.
Praxisbeispiele: strukturierte Anwendungsfälle
Förderbandantrieb in rauer Umgebung: Ein Beschickungssystem in einem Gießereibetrieb nutzt einen 4,4-kW-Luftmotor direkt an einem Zahnriemenantrieb, um heißes Gussgut zu verfahren. Wegen Funkenflug und hoher Umgebungstemperatur ist ein elektrischer Antrieb nicht zulässig. Der Luftmotor arbeitet mit 6 bar geregeltem Druck; ein Ölnebler sorgt für Dauerschmierung, Schalldämpfer sind thermisch isoliert. Regelventile ermöglichen Drehzahlmodulation für Dosierphasen.
Mischerantrieb mit Untersetzung: Ein Chemieprozess braucht variable Rührgeschwindigkeit bei hohem Startmoment. Ein 2,2-kW-Luftmotor treibt über ein Planetengetriebe den Rührer an. Durch die Kombination von Luftdruckregelung und mechanischer Untersetzung werden sowohl sanfte Anfahrten als auch hohe Drehmomente für den Betrieb in zähflüssigen Medien erreicht. Die Dichtungen der Welle sind doppelt ausgeführt, um Prozessmedien abzuhalten.
Mobiler Kran- oder Hebezeugantrieb: In einem Wartungsfahrzeug ersetzt ein Druckluftmotor elektrische Antriebe für hydraulische Pumpen, weil die Druckluftversorgung des Fahrzeugs jederzeit verfügbar ist. Die kompakte Bauweise und fehlende Haltebremse werden durch externe Feststellvorrichtungen ergänzt, die sicherstellen, dass Lasten im Stillstand gehalten werden können.
Ex-geschützte Drehmomentanforderung: In einer explosiven Umgebung wird ein luftbetriebener Schwenkantrieb verwendet, der wegen fehlender elektrischer Zündquellen vorgeschrieben ist. Der Motor ist aus Stahl gefertigt, mit antistatischer Oberflächenbehandlung und geeigneten Dichtmaterialien, um Kontamination und Funkenbildung auszuschließen. Das Ansteuerungskonzept setzt auf pneumatische Ventiltechnik und Positionsschalter mit sicherer Schaltung.
Weitere technische Informationen, Datenblätter und konkrete Anwendungsbeispiele finden Sie auf unseren Technikseiten und in der Praxissektion: Technik und Anwendungsbeispiele.
Montagehinweise und Sicherheitsaspekte
Bei der Montage ist auf exakten Fluchtungsanschluss und die Einhaltung der empfohlenen Anzugsdrehmomente für Flansch- und Wellenverbindungen zu achten. Lagervorspannung und Wellenspiel müssen nach Herstellerangaben geprüft werden. Da diese Modelle keine Haltebremse besitzen, sind zusätzliche mechanische Verriegelungen oder externe Bremsen zwingend zu planen, wenn sichere Ruhestellungen erforderlich sind. Bei der Druckluftversorgung ist auf Kondensatabscheidung und Frostschutz (bei Außeneinsatz) zu achten. Absperr- und Entlüftungsventile gehören zur Standard-Sicherheitsausrüstung, damit vor Wartungsarbeiten Druck zuverlässig abgebaut werden kann.
Auswahlkriterien und Dimensionierung
Wählen Sie den Motor basierend auf den erforderlichen Parametern: Nennleistung, erforderliches Anlauf- und Dauermoment, verfügbarem Betriebsdruck, gewünschter Leerlaufdrehzahl und Umgebungseinflüssen (Temperatur, Feuchte, Ex-Schutz). Berücksichtigen Sie Volumenstromverluste durch lange Leitungswege und Leitungsquerschnitt. Zur finalen Auslegung empfiehlt sich die Kombination aus Kennfeldvergleich und Praxislastmessung, bei Bedarf mit Simulation der thermischen Lastaufnahme.
Wartungsempfehlungen
Planen Sie regelmäßige Intervalle zur Dichtungs- und Schalldämpferprüfung, Kontrolle der Schmierstellen und Luftfilter, sowie die Überprüfung von Regelventilen und Anschlussflanschen. Dokumentieren Sie Betriebsstunden, Druckverläufe und Wartungsmaßnahmen, um Verschleißtrendanalysen zu ermöglichen und ungeplante Stillstände zu vermeiden.