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Spindeln zum Senken und Bohren von Mannesmann Demag für Ihren Roboter
Spindeln zum automatisierten Senken und Bohren mit Roboter.
Spindeln zum Senken und Bohren von Mannesmann Demag für Ihren Roboter
Roboterspindeln von Mannesmann Demag sind für automatisierte Senk- und Bohrprozesse ausgelegt, bei denen Präzision, Wiederholgenauigkeit und Standzeit im Vordergrund stehen. Diese Spindeln kombinieren kompakte Bauformen mit hohen Drehzahlen, belastbaren Lagerungen und durchdachten Anschlusskonzepten, um in anspruchsvollen Fertigungszellen reproduzierbare Bohrbilder und definierte Senktiefen zu gewährleisten. Ziel ist die Integration in Industrieroboter, die sowohl Einzelplatz- als auch Mehrfachkopf-Anwendungen abdecken.
Konzeption und Bauformen
Die verfügbaren Bauformen reichen von kompakten Direktantriebsspindeln mit geringer Einbaulänge bis zu leistungsstarken Spindeln mit Getriebeuntersetzung für erhöhtes Drehmoment. Gehäusematerialien sind typischerweise gehärteter Aluminiumdruckguss oder geschliffener Edelstahl bei korrosionskritischen Anwendungen. Wahl der Werkstoffklasse beeinflusst thermische Stabilität und Schwingungsverhalten; Aluminium bietet guten Wärmeübergang bei geringem Gewicht, Stahl und Edelstahl bessere Dämpfung und erhöhte Formstabilität.
Integrale Aufnahmevarianten beinhalten HSK-, ISO- oder kundenspezifische Spannzangenaufnahmen. Für Bohr- und Senkwerkzeuge werden häufig Spannzangen in den Graden ER oder DIN verwendet, ergänzt durch Schnellspannsysteme für automatisierte Werkzeugwechsel. Optionale Existenz von Schnellwechselflanschen erleichtert die Montage an Roboterflanschen und reduziert Stillstandszeiten.
Leistung, Drehzahl und Drehmoment
Spindeln für Senken und Bohren sind in Kennlinien erhältlich, die hohe Drehzahlen (typisch 12.000–60.000 min‑1) sowie Varianten mit hohem Drehmoment (bis mehrere 100 Nm mit Getriebe) abdecken. Auswahl erfolgt nach Bohrdurchmesser, Werkstoff und Prozessschnittdaten: hohe Drehzahlen mit kleinerem Durchmesser, niedrigere Drehzahlen und höheres Drehmoment für große Bohrungen oder schwer zerspanbare Materialien wie Stahlguss oder gehärtete Werkstoffe. Bei der Auslegung ist die Kombination von Vorschubgeschwindigkeit und Schnittgeschwindigkeit entscheidend, um Bohrdruck, Werkzeugverschleiß und Wärmeentwicklung zu kontrollieren.
Kühlung, Dichtungen und Schmierung
Für Senk- und Bohrprozesse empfiehlt sich meist eine innere Zentralschmierung und Kühlmittelzufuhr. Spindeln sind als geschlossenes System mit labyrinth- oder O‑Ring‑Dichtungen verfügbar, teils mit zusätzlichen Labyrinthdichtungen gegen Spritzmittel. Bei Hochleistungsanwendungen ist eine aktive Wasserkühlung im Gehäusestandard; thermische Stabilisierung reduziert Längenänderungen und hält Bohrmaße innerhalb enger Toleranzen. Achtung bei Verwendung von Kühlschmierstoffen: Dichtungswerkstoffe (NBR, FKM) und Lagerfett müssen kompatibel sein, sonst droht schneller Dichtungs- und Lagerausfall.
Lagerung und Laufgenauigkeit
Hochpräzise Spindellagerungen kombinieren axial-radiale Rollenlager mit präzisionsgeschliffenen Kugellagern zur Aufnahme von Schnittkräften und Kippmomenten. Die Wahl der Lagerung bestimmt Rundlauf und Axialspiel; für Bohrbilder mit engen Toleranzen sind luft- oder hydrostatische Lagerlösungen verfügbar. Lagerluft, Vorlast und Schmierung sind auf die erwarteten Achslasten und Lebensdauerdimensionierung abgestimmt. Regelmäßige Überprüfung der Lagerzustände ist Bestandteil eines verlässlichen Instandhaltungsplans.
Schnittstellen, Montage und Robotikintegration
Spindeln sind mit standardisierten Flanschmaßen und Bohrbildern für Roboteranschlussflansche lieferbar. Elektrische Schnittstellen bieten oft M12- oder Harting-Steckverbinder für Strom, Sensorik und Feedback. Encoder (Inkremental oder Absolut) können direkt in die Spindel integriert werden, um Drehzahlsynchronisation und Zustandsüberwachung zu ermöglichen. Pneumatische oder hydraulische Schnittstellen für innere Kühlschmierstoffführung sind häufig als Schnellkupplungen realisiert. Kommunikationsschnittstellen folgen Industrieprotokollen (Profinet, EtherCAT, CANopen) zur nahtlosen Einbindung in Robotersteuerungen und Prozessüberwachungssysteme.
Prozesssicherheit und Überwachung
Für reproduzierbare Bohrergebnisse sind integrierte Sensoren für Drehmoment, Stromaufnahme und Lagerzustand typisch. Schwellwerte und automatisierte Abschaltlogiken verhindern Werkzeugbruch und Maschinenbeschädigung. Condition Monitoring kann vibrationsbasierte Frühwarnungen liefern, während Temperatur- und Drucksensoren die Kühlmittelversorgung absichern. Auf Prozessseite ist eine adaptive Steuerung vorteilhaft: Anpassung von Vorschub und Drehzahl in Abhängigkeit von gemessenem Drehmoment minimiert Werkzeugverschleiß und optimiert Zykluszeit.
Anwendungsgebiete und geeignete Materialien
Typische Einsatzfelder sind Schweißnahtvorbereitung, Montagebohrungen, Gewindebohren, Versenkungen und Durchgangsbohrungen in Stahl-, Aluminium-, NE‑Metall-, Guss- und faserverstärkten Kunststoffen. Bei Aluminium und weichen NE‑Werkstoffen werden hohe Schnittgeschwindigkeiten mit geringer Vorschubkraft eingesetzt. Für gehärtete oder faserverstärkte Verbundwerkstoffe sind spezielle beschichtete Werkzeuge und reduzierte Schnittgeschwindigkeiten notwendig. Bei dünnwandigen Bauteilen ist die Spindel-Steifigkeit entscheidend, um Durchbiegung und Ausschlag zu vermeiden.
Praxisbeispiele
Praktisches Beispiel 1 – Automatisiertes Senken an Karosserieteilen: Ein 6‑achsiger Roboter führt eine Mannesmann Demag Direktantriebsspindel mit integriertem ER20‑Aufnahmesystem. Die Prozesskette startet mit Kollisionsprüfung, dann Positionieren und Anfahren des Werkzeugs mit reduzierter Anfahrgeschwindigkeit. Beim Eintritt in das Blech aktiviert die Steuerung eine adaptive Vorschubregelung, die basierend auf gemessenem Drehmoment den Vorschub erhöht, bis die vorgegebene Senktiefe erreicht ist. Abschließend erfolgt ein kurzzeitiges Reverse‑Drehmoment zur Spanabführung und eine kurze Kühlmittelspülung.
Praktisches Beispiel 2 – Mehrkopf-Bohrung in Gussgehäusen: Vier Spindeln in einer Montagezelle werden synchronisiert über EtherCAT. Jede Spindel ist mit Wasserkühlung und integriertem Absolutencoder ausgestattet. Die Zelle führt sequenziell Bohrungen Ø10–Ø20 mm durch, überwacht Stromaufnahme und vordefinierte Lastgrenzen. Bei Überschreitung eines Grenzwertes stoppt die Prozesskette, ein Alarm wird an die Leittechnik gesendet und ein Ersatzlaufplan aktiviert, sodass minimale Stillstandszeiten entstehen. Die Spindeln sind mit austauschbaren Schnellspannern ausgestattet, um Werkzeugwechsel zu beschleunigen.
Praktisches Beispiel 3 – Gewindebohren in Aluminiumprofilen: Für profilintegrierte Montagen kommt eine Spindel mit innengeführter Kühlschmierstoffzufuhr und synchronisiertem Vorschub zum Einsatz. Nach Vorbohren erfolgt das Gewindeschneiden mit spezifizierter Drehzahl und axial geregeltem Vorschub. Die Spindel meldet flankierende Vibrationen, die Steuerung reduziert automatisch die Zugkraft, um Werkzeugverklemmen zu verhindern. Das Ergebnis sind reproduzierbare Gewindeflanken und reduzierte Nacharbeit.
Auswahlkriterien für die richtige Spindel
Entscheidend für die Auswahl sind Bohrdurchmesser und -tiefe, Werkstoff, gewünschte Zykluszeit, verfügbarer Platz am Roboterflansch, erforderliche Schnittstellen und Kühlkonzept. Für Anwendungen mit hoher thermischer Belastung ist eine wassergekühlte Variante zu bevorzugen. Wenn enge Roundness‑Toleranzen gefordert sind, lohnt der Einsatz von Präzisionslagerungen oder hydrostatischen Lagern. Bei hoher Prozesssicherheit sind integrierte Sensorik und Protokollfähigkeit der Spindel unabdingbar.
Typische Auswahlkriterien:
- Bauform
- Drehzahl/Drehmoment
- Kühlsystem
- Aufnahmetyp
- Sensorik
- Kommunikationsschnittstellen
Für weiterführende technische Dokumentation, Schnittpläne und konkrete Anwendungsbeispiele besuchen Sie unsere Technikseite unter https://maku-industrie.de/technik und konkrete Anwendungsfälle unter https://maku-industrie.de/anwendungsbeispiele.
Wartung und Lebensdauer
Regelmäßige Inspektion umfasst Überwachung der Lagergeräusche, Dichtungszustand, Kühlmitteldruck und Verschleiß der Spannsysteme. Wechselintervalle für Lager und Dichtungen sind abhängig von Lastprofil, Einsatzdauer und Kühlmittelkondition. Ein dokumentiertes Wartungsintervall verlängert die Standzeiten und verhindert ungeplante Ausfälle. Bei niedrigen Stillstandszeiten empfiehlt sich ein Austauschkonzept mit vorgehaltenen Wechselspindeln, um Produktionsunterbrechungen zu minimieren.
Sicherheit und Normen
Spindeln entsprechen relevanten Sicherheits- und EMV‑Normen; zusätzliche Schutzmaßnahmen am Roboterplatz sind notwendig, insbesondere Schutz gegen austretende Späne und Kühlschmierstoff. Steuerungsseitig sind Verriegelungen und Überwachungslogiken zu implementieren. Zertifizierungen, Schutzarten (IP‑Klassen) und explosionsgeschützte Varianten sind auf Anfrage verfügbar.