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Turbinenschleifer von Mannesmann Demag für hohe Drehzahlen
Für Anwendungsfälle, die besonders hohe Drehzahlen des Schleifwerkzeugs erfordern, wurden Turbinenschleifer entwickelt. Leerlaufdrehzahlen von 100.000 U/min sind bei ihnen die Regel.
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Turbinenschleifer von Mannesmann Demag für hohe Drehzahlen
Turbinenschleifer von Mannesmann Demag sind für Anwendungen konzipiert, die konstante Hochdrehzahlen, exakte Oberflächenbearbeitung und lange Standzeiten erfordern. Typische Bauformen decken kompakte Inline-Varianten, winkelverzahnte Modelle und schmale Flachkopf-Ausführungen ab. Die Werkzeuge bestehen aus gehärteten Stahlgehäusen mit präzisionsgefertigten Lagerungen und speziellen Dichtsätzen, um Schmierstoffverlust und Fremdpartikeleinschluss auch bei hohen Umdrehungszahlen zu verhindern. Kernkomponenten wie Rotor, Stator und Antriebsachse werden auf Auswuchtung und Materialermüdung geprüft, wodurch Vibrationen minimiert und die Oberflächengüte stabil gehalten wird.
Konstruktion und Werkstoffe
Die Gehäuse werden typischerweise aus Vergütungsstahl oder aluminisierten Legierungen gefertigt, um ein optimales Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht zu erreichen. Rotor- und Wellenkomponenten bestehen aus oberflächengehärteten Stählen oder korrosionsbeständigen Edelstahllegierungen (z. B. AISI 440C), wenn Anwendungen hitze- oder feuchtigkeitempfindlich sind. Lagerungen sind entweder keramisch beschichtet oder als Hybridlager mit Keramikkugeln ausgeführt, um die Reibung bei hohen Drehzahlen zu reduzieren. Dichtsysteme verwenden axiale Labyrinthdichtungen kombiniert mit elastomeren O-Ringen aus NBR, FKM oder PTFE-beschichteten Varianten, je nach chemischer Belastung durch Kühlmittel oder Reinigungsmedien. Für abrasive Einsätze sind Rotoroberflächen zusätzlich beschichtet oder mit verschleißfesten Einsätzen ausgestattet.
Antriebe, Anschlüsse und Integration
Turbinenschleifer werden über unterschiedliche Schnittstellen in Fertigungszellen integriert: direkte Spindelaufnahme, Flanschbefestigung oder Schnellwechselsysteme mit passgenauen Konusaufnahmen. Die Antriebsseite ist für den Einsatz mit Druckluft- oder elektrischen Motoren vorbereitet; pneumatische Turbinenschleifer nutzen meist 1/4" bis 1/2" NPT-Anschlüsse für die Luftzufuhr, während elektrische Varianten standardisierte IEC-Motoranschlüsse und Hohlwellenoptionen besitzen. Zusätzliche Schnittstellen wie integrierte Tachogeber oder Drehzahlüberwachung über Hall-Sensoren ermöglichen die Anbindung an Produktionssteuerungssysteme für Echtzeitüberwachung. Bei Bedarf sind Vakuumanschlüsse zur Absaugung von Staub und Schleifpartikeln optional erhältlich, wobei die Anschlussgrößen den gängigen Absaugsystemen angepasst sind.
Anwendungsgebiete und Materialkompatibilität
Turbinenschleifer sind für das Fein- und Feinschruppen an Metall, Verbundwerkstoffen, Keramik und Hartkunststoffen geeignet. Auf Stahl und Edelstahl erzielen sie reproduzierbare Oberflächenrauheiten, ohne thermische Schäden durch niedrige bis mittlere Anpressdrücke. Auf Leichtmetallen wie Aluminium oder Titan sind angepasste Schleifkörper und geringere Drehmomentwerte erforderlich, um Materialabtrag kontrolliert zu halten. Bei glasfaserverstärkten Kunststoffen sind weichere Schleifkörper und reduzierte Drehzahlen zu empfehlen, um Faserausrisse zu vermeiden. Die Auswahl des Schleifmittels (Korund, Siliziumkarbid, Diamant) richtet sich nach der Härte des Werkstückes; Diamantbestückungen kommen bei Hartstoffen und keramischen Werkstoffen zum Einsatz.
Schleifkörper, Körnungen und Kühlung
Die Turbinenschleifer werden mit modularen Schleifkörpern bestückt: Rollenschleifer, Lamellenschleifscheiben, Filzscheiben oder abrasive Pins. Für hochpräzise Oberflächen empfiehlt sich die Kombination aus feiner Körnung (z. B. 240–1200) und kontrollierter Kühlung. Kühlsysteme reichen von passivem Luftstrom über gezielte Sprühkühlung bis zu minimalmengenschmierung (MMS). Bei MMS sind dosierbare Pumpenanschlüsse und chemisch beständige Leitungen erforderlich; hierzu passen die Dichtungen aus FKM oder PTFE. Kühlung reduziert thermische Verzüge und verlängert Lebensdauer der Schleifkörper.
Wartung, Standzeit und Austausch
Regelmäßige Kontrolle der Lagerluft, Inspektion der Dichtungen und Trennschärfe der Schleifkörper sind entscheidend für gleichbleibende Leistung. Lager sollten mit spezifiziertem Hochtemperaturfett nach Herstellerintervall nachgeschmiert oder bei Hybridlagern gemäß Laufstunden ausgetauscht werden. Austauschkits für Rotor, Dichtungsset und Wellenlager sind als Servicepakete verfügbar, um Stillstandszeiten zu minimieren. Beim Austausch ist die korrekte Auswuchtung nach IEC-Norm sicherzustellen; ungeglichene Rotoren führen zu erhöhter Vibration, reduziertem Verschleißleben und ungleichmäßigen Oberflächen.
Praxisbeispiele
Praxisbeispiel 1 — Entgraten von Turbinenflanschen: In einer Fertigungslinie werden Turbinenschleifer mit 12000 1/min eingesetzt, um Schweißrückstände und Grat an Flanschrändern zu entfernen. Der Turbinenschleifer ist über Flanschbefestigung an einer Industrieroboterzelle montiert. Eingestellte Drehzahl und Anpresskraft reduzieren Grat auf definierte 0,2 mm ohne Hitzeschäden. Kühlung erfolgt über MMS mit 0,5 % Schneidflüssigkeitskonzentrat, die Dichtungen sind aus FKM ausgeführt, um chemische Beständigkeit zu gewährleisten. Nach 1000 Bauteilen wird das Schleifkörpermodul gewechselt und die Lagerluft geprüft.
Praxisbeispiel 2 — Feinbearbeitung von Präzisionsteilen aus Edelstahl: In einem Montagebetrieb für hydraulische Komponenten werden Turbinenschleifer mit Keramiklagern und Diamantbestückung eingesetzt, um dichthafte Dichtflächen zu erzeugen. Die Schleifköpfe arbeiten bei konstanter Drehzahl mit integriertem Tachogenerator zur Prozessüberwachung. Das Bearbeitungsergebnis liefert Ra-Werte unter 0,4 µm. Die Absaugung ist direkt an den Turbinenschleifer angeschlossen, um Partikelübergang in Dichtflächen zu verhindern. Dichtungen und O-Ringe sind aus PTFE-beschichtetem Elastomer, um chemische Beständigkeit sicherzustellen.
Praxisbeispiel 3 — Konturenschliff an Leichtmetallprofilen: In der Luftfahrtzulieferung erfolgen konturierte Nachbearbeitungen an Aluminiumprofilen mit schmalen Flachkopfausführungen. Die Turbinenschleifer nutzen lamellierte Schleifscheiben in Körnung 320 und eine kombinierte Luft-Kühlung, um Oberflächengüte zu sichern ohne Materialverzug. Der Werkzeugwechsel erfolgt über Schnellspannsysteme, die einen Austausch innerhalb von 90 Sekunden ermöglichen, wodurch Stillstandszeiten minimiert werden. Prüfprotokolle dokumentieren Nacharbeitswerte und Werkzeugzustand für Prozessfähigkeit (Cp/Cpk).
Integration in Produktionsprozesse und Steuerung
Für die Einbindung in Fertigungsautomaten bieten Mannesmann Demag Turbinenschleifer kompakte Schnittstellen für Sensorik und Steuerleitungen. Optionale Drehzahl- und Kraftmesssensoren ermöglichen datenbasierte Instandhaltung und Prozesskontrolle. Die parametrierbaren Grenzwerte für Drehzahl und Vibration lassen sich an übergeordnete MES-Systeme anbinden. Dokumentierte Prüfprotokolle und Servicepläne unterstützen Qualitätsmanagement und Nachweisführung in Audits.
Weitere technische Informationen und ergänzende Anwendungsfälle finden Sie unter Technik und praxisnahe Beispiele unter Anwendungsbeispiele.
Auswahlkriterien
Für die Auswahl des geeigneten Turbinenschleifers sind folgende Parameter maßgeblich:
- Werkstoff des Bearbeitungsobjekts,
- gewünschte Oberflächenrauheit,
- verfügbare Schnittstellen und Kühlmittel sowie die erforderliche Standzeit und Wartungszugänglichkeit.
Kompatible Zubehörkomponenten
Zubehör umfasst Schnellwechselsysteme, verschiedene Schleifkörpertypen, Dichtungs- und Reparaturkits, Inline-Tachometer, Absauganbindungen und MMS-Anschlusspakete. Die Zusammenstellung richtet sich nach Prozessanforderungen und Belastungsprofil.
Normen und Sicherheit
Turbinenschleifer sollten entsprechend relevanter Normen für drehende Werkzeuge betrieben werden; hierzu zählen EN-ISO-Richtlinien zur Maschinensicherheit, Auswuchtnormen nach DIN/ISO sowie emissions- und arbeitsplatzrelevante Vorgaben für Staub- und Lärmschutz. Schutzabdeckungen und Rückschlagsicherungen müssen installiert sein; die Einsatzparameter sind im Lastenheft zu dokumentieren.