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Manuelle Wegeventile mit Kipphebel oder Schiebeventil bestellen
Es gibt zwei Ausführungen von Parker Legris Wegeventilen mit manueller Betätigung:
1. Ventile mit Kipphebel, welche durch einfache manuelle Betätigung des Hebels eine Entfüftung der Abgangsleitung ermöglichen.
2. Handschiebeventile, welche die Entlüftung der Abgangsleitung gewährleisten. Sie werden eingesetzt, wenn eine wiederholte Entlüftung der Anlage erforderlich wird. Handschiebeventile sind kompakt und leicht, was einen direkten Einbau in die Rohrleitung ermöglicht.
7800 - 3/2-Zuluft-Wegeventile mit Kipphebel
7801 - 3/2-Abluft-Wegeventile mit Kipphebel
Manuelle Wegeventile mit Kipphebel oder Schiebeventil bestellen
Manuell betätigte Wegeventile steuern pneumatische Ströme direkt an der Maschine. Bei Anwendungen in Robotertechnik, Textilindustrie, Druckereien und Kunststoffverarbeitung dienen sie vor allem der gezielten Entlüftung der Abgangsleitung, zur Ver- oder Unterbrechung der Zuluft und als einfache Stellglied-Alternative zu elektropneumatischen Ventilen. In dieser Kategorie finden Sie Legris-Ventile in 3/2- und 2/2-Ausführung, erhältlich als 3/2-Zuluft-Wegeventil, 3/2-Abluft-Wegeventil sowie als mit Kipphebel oder Handschiebeventil. Die Auswahl basiert auf Betriebsdruck, Durchflussleistung (Cv bzw. Kv), Anschlussart und Dichtungsmaterial.
Konstruktionsprinzipien und Bauformen
Manuelle Wegeventile sind als Kipphebel- oder Schiebeventil aufgebaut. Kipphebelventile verwenden einen Hebel mit definiertem Rastpunkt, der durch Federdruck in Neutralstellung zurückgeführt sein kann oder in der Betätigungsposition arretierbar ist. Handschiebeventile besitzen einen axial verschiebbaren Schieber oder Kegel, der die Kanäle mechanisch freigibt oder sperrt. Beide Bauweisen sind als Inline- oder Winkelgehäuse erhältlich. Inline-Gehäuse ermöglichen die direkte Leitungseinführung entlang der Durchflussachse, Winkelgehäuse sparen Bauraum und erleichtern den Einbau in beengten Maschinenaufbauten.
Materialien, Oberflächen und Korrosionsschutz
Gehäusewerkstoffe reichen von technischer Thermoplastik (PA, POM) über Aluminiumdruckguss bis hin zu Messing oder Edelstahl bei höherer Beanspruchung oder aggressiveren Medien. Thermoplastische Gehäuse reduzieren Gewicht und Kosten, sind chemisch beständig gegenüber Öl- und Wasser-Basis-Medien und eignen sich für Standardanwendungen. Aluminiumgehäuse bieten höhere mechanische Festigkeit und bessere Wärmeableitung. Messing und Edelstahl werden in korrosiven Umgebungen oder bei erhöhten Hygieneanforderungen eingesetzt. Oberflächen können zusätzlich eloxiert, vernickelt oder passiviert sein, um Korrosion zu minimieren und Reibung im Betätigungsmechanismus zu reduzieren.
Anschlüsse, Normen und Dichtungen
Typische Anschlussarten sind Gewindeanschlüsse nach ISO/EN (G BSPP), NPT für internationale Anwendungen, sowie Steckanschlüsse oder Schnellsteckverschraubungen für Schläuche. Für modulare Ventilinseln oder Einbau in Pneumatikverteiler existieren oft Normbohrbilder nach ISO 15407 oder ISO 5599-1. Dichtungen sind kritische Komponenten: NBR (Nitril) deckt Standardanwendungen bis 80–90 °C und ist ölbeständig; FKM (Viton) eignet sich für höhere Temperaturen und aggressive Medien; EPDM wird bei Wasserdampf und Wasseranwendungen verwendet. Für partikelfreie oder lebensmittelnahe Anwendungen kommen PTFE-Dichtungen zum Einsatz. Achten Sie bei Bestellung auf die passende Dichtungsausführung zur Umgebungstemperatur und zum Medium.
Leistung und Spezifikation
Wesentliche Kenngrößen sind Schaltfunktion (2/2, 3/2), Durchflussquerschnitt (Kv oder Cv), maximale Schaltfrequenz, zulässiger Betriebsdruck und Leckagerate. Ein 2/2-Wegeventil bietet einfache Öffnen/Schließen-Funktion, geeignet für Absperr- und Sicherheitsaufgaben. Ein 3/2-Wegeventil erlaubt zusätzlich die Entlüftung (Abluft) oder Umschaltung zwischen zwei Zuständen (Zuluft/Abluft). Für schnelle Kolbenzyklen in der Robotertechnik ist eine hohe Schaltfrequenz und ein großer Cv-Wert entscheidend; in Druckereien mit fein dosierter Entlüftung sind geringe Leckageraten und feinere Dichtungen relevanter.
Einbaulage, Montage und ergonomische Bedienung
Die Einbaulage beeinflusst Dichtungsverschleiß und Betätigungsaufwand. Kipphebelventile sind toleranter gegenüber Schmutz und bieten klare taktile Rückmeldung, während Handschiebeventile schlankere Bedienprofile erlauben und sich in linearen Schlittenführungen besser integrieren. Montageränder, Befestigungslaschen oder Gewindebolzen erleichtern den direkten Anbau an Maschinenrahmen. Für Bediener mit häufiger Betätigung empfiehlt sich eine ergonomische Hebelausführung mit großem Betätigungsweg und verriegelbarer Rastung.
Sicherheitsaspekte und Wartungsanforderungen
Manuell betätigte Ventile dienen nicht als Sicherheitsbauteile im Sinne von PL oder SIL, es sei denn, sie sind ausdrücklich dafür ausgelegt und zertifiziert. Wartungsintervalle richten sich nach Betätigungsfrequenz, Umgebungsschmutz und Medium. Austauschbare Dichtungssets und leicht zugängliche Instandsetzungselemente reduzieren Stillstandzeiten. Bei Einsatz in staubiger Umgebung empfiehlt sich eine zusätzliche Schutzkappe für den Betätiger. Ersatzteile sollten kompatibel zur Originalserie sein; dokumentierte Serviceanleitungen und Materialangaben erleichtern die schnelle Instandsetzung.
Praxisbeispiele strukturierter Anwendung
Beispiel 1 — Robotertechnik: In einer Pick-and-Place-Zelle steuert ein 3/2-Zuluft-Wegeventil mit Kipphebel die Vakuumerzeugung über eine Saugdüse. Während Rüstzeiten schaltet der Bediener per Hebel manuell die Zuluft ab, um Werkstückwechsel ohne Vakuum zu ermöglichen. Aufgrund häufiger Betätigung wurde ein Hebel mit Feder-Rückstellung gewählt, kombiniert mit NBR-Dichtungen für Ölbeständigkeit im Greiferbereich.
Beispiel 2 — Textilindustrie: Bei der Fadenzufuhr eines Webstuhls verhindert ein 2/2-Handschiebeventil das Naschen durch gezielte Entlüftung der Düsenleitung während Wartungsarbeiten. Das Ventil ist in Edelstahlausführung mit EPDM-Dichtungen ausgeführt, um Langzeitbeständigkeit gegenüber Reinigungsmitteln und Feuchtigkeit sicherzustellen.
Beispiel 3 — Kunststoffverarbeitung / Spritzguss: Für die Düsenreinigung wird ein Winkel-3/2-Abluft-Wegeventil verbaut, das die Ablassleitung schnell und vollständig entlüftet. Die Konstruktion mit Messinggehäuse und PTFE-Dichtungen minimiert Abrieb und gewährleistet chemische Beständigkeit gegenüber Reinigungsfluiden. Ein großer Durchlass (hoher Kv-Wert) beschleunigt das Entlüften großer Volumina.
Weitere Praxisbeispiele und technische Hintergründe finden Sie unter Anwendungsbeispiele und detaillierte Technikseiten unter Technik.
Auswahlkriterien beim Kauf
Wählen Sie das Ventil nach Funktionalität (2/2 vs. 3/2), Betätigungsart (Kipphebel vs. Handschiebeventil), Anschlussstandard, Materialkombinationen und Dichtungsausführung. Prüfen Sie Betriebsdruck und Temperaturbereich, Leckageraten und die Kompatibilität mit vorhandenen Schnellanschlüssen. Bei Serienmaschinen empfehlen sich Modelle mit modularen Ersatzdichtungen und dokumentierter Austauschbarkeit, um Wartungszeiten zu minimieren.
Kurzcheck vor Bestellung:
- Schaltfunktion
- Anschlussgröße/Gewinde
- Material/Dichtung
- Kv-Wert
- Einbaumaße
- Montagemöglichkeit
Beschaffungs- und Lieferhinweise
Bestellen Sie Ventile mit klarer Angabe von Anschlussgewinde, Nenndurchfluss und Dichtungsmaterial. Lagerfähige Varianten sind häufig Kunststoff- oder Aluminiumgehäuse mit NBR-Dichtungen; Sonderausführungen in Edelstahl oder mit FKM-Dichtungen benötigen längere Lieferzeiten. Bei Umrüstung vorhandener Anlage prüfen Sie kompatible Anschluss- und Bohrbildnormen; ansonsten empfiehlt sich modularer Einbau über Adapter oder Schnellkupplungen.